Azzedine, Saphia
Mein Vater ist Putzfrau Roman
Buch

"Mein Vater ist Putzfrau" der französischen Autorin Saphia Azzedine ist eine der schönsten Vater-Sohn-Geschichten, die ich je gelesen habe. Paul, von allen Polo genannt, ein Junge aus der Pariser Vorstadt, hilft abends seinem Vater beim Putzen. Dieser ist bei einer Putzfirma angestellt. Alle paar Monate wechselt er den Arbeitsort. Er putzt auch in der Bibliothek. Dort liest der Junge und lernt viele neue Wörter kennen. Die Mutter ist nach einem Unfall gelähmt und ist zu Hause und sieht fern. Die Schwester übt für einen Misswettbewerb. Er hat es nicht leicht als Weißer inmitten von Zuwanderern und im von Arabern dominierten Stadtteil. Während die anderen im Sommer in die Ferien fahren, bleibt er in der Stadt und hilft dem Vater beim Putzen. Polo versucht, so etwas wie Familienleben aufrecht zu halten: gemeinsam am Tisch zu essen statt vor dem Fernseher und er versucht seiner Schwester Manieren beizubringen. Und er geht ihr mit seinem Wissen aus den Büchern auf die Nerven. Er meint, man müsse sich wehren gegen die Misere und den Niedergang. Manchmal schämt er sich für den Vater, der putzt. Aber er kann auch gut mit ihm reden und auch schweigen. Der Vater bemüht sich sehr um den Jungen. Als er Matura macht, nimmt ihn der Vater auf die Bank mit und zeigt ihm das Konto, das er für ihn angelegt hat. Über 7000 €. Pro Tag hat der Vater einen Euro für ihn gespart. Eine zarte Vater-Sohn-Geschichte, die trotz widriger Umstände zueinander stehen und positiv eingestellt sind. Die Sprache wechselt zwischen schnoddriger Jugend- und poetischer Hochsprache. Ein witziges und intelligentes Lesevergnügen.


Dieses Medium ist verfügbar. Es kann vorgemerkt oder direkt vor Ort ausgeliehen werden.

Standort: TB

Azzed

Azzedine, Saphia:
Mein Vater ist Putzfrau : Roman / Saphia Azzedine. Aus dem Franz. von Birgit Leib. - Berlin : Wagenbach, 2015. - 123 S. ; 21,5 cm. - (Wagenbach TB ;)
ISBN 978-3-8031-3270-3 kart. : ca. € 15,40

2016/0248 - Schöne Literatur - Buch