Phillips, Max
Alma M. Roman
Buch

Biografischer Roman um Alma Mahler-Werfel. (DR) Der amerikanische Autor Max Phillips lässt Alma Mahler nach dem Tod ihr Leben erzählen, aus der jenseitigen Sicht, ein Kunstgriff, von dem er sich viel versprach, der aber misslang! Nur selten gelingt es einem Schriftsteller, die weibliche Perspektive ohne Brüche und Peinlichkeiten darzustellen. Phillips Roman ist peinlich und ärgerlich! Der Unmut beginnt mit geographischen Fehlern: "Im Sommer fuhr Mahler immer zum Komponieren ins Salzkammergut. In jenem Jahr begleitete ich ihn, schließlich war ich seine Frau. In Maiernigg am Wörthersee hatte er ein Haus gebaut." Antisemitische Tendenzen von Alma Mahler rücken in den Mittelpunkt: "Für mich verkörperte er [W. Gropius] den arischen Typ par excellence - er gehörte zu meiner eigenen Art. Und ich dachte wohl auch, dass ein Kind von diesem Mann nicht sterben würde." (Das gemeinsame Kind mit Gustav Mahler, mosaischer Konfession, starb an Diphtherie!) Max Phillips, Alma Mahlers alter ego von eigenen Gnaden, lässt auch Franz Werfel klagen: "Selbst ein Jude, der Jesus Christus als den wahren, historischen Messias betrachtet, kann durch die Taufe nicht geheilt werden. Er ist ebenso davon ausgeschlossen, ein Christ zu werden, wie davon, ein Spatz zu werden. Eine Ulme. Ein Deutscher." "An Reinheit lag mir nicht mehr. Ich hielt es für einen Vorteil, dass Alexander [Zemlinsky] Jude war. Ich dachte, das bedeute, dass er ebenso schlecht war wie ich." Damit wird die Freiheit des Fabulierens wohl überstrapaziert - hier wird Alma Mahler-Werfel auf eine trunksüchtige, rassistische Egoistin reduziert. "Was vom Buche übrig blieb?" beantwortet die Rezensentin mit: Absolut verzichtbar! *bn* Liselotte Leikermoser


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Phill

Phillips, Max:
Alma M. : Roman / Max Phillips. - Bergisch Gladbach : Lübbe, 2002. - 336 S. - Aus dem Amerikan. von Xenia Osthelder
ISBN 978-3-7857-2091-2 fest geb. : ca. Eur 20,50

2013/0217 - Schöne Literatur - Buch