Munro, Alice
Zu viel Glück zehn Erzählungen
Roman


Rezension

Die neuen Erzählungen der Kanadierin folgen wieder mehr der Tradition, wie sie z.B. in "Tricks" (BA 7/06) zu finden ist, als den stärker autobiografischen Texten im zuletzt erschienenen Band "Tanz der seligen Geister" (BA 5/10). Beleuchtet werden die Beziehungsgeflechte zwischen Menschen und deren Dynamik und Wandlungsfähigkeit. Tief empfundene oder abgestumpfte Liebe, Ehe, Scheitern von Beziehungen, physische und psychische Gewalt, Ausharren oder Aufbruch und Neubeginn. Auch das Böse, das unter der Oberfläche schlummert, bricht sich in den Geschichten Bahn oder die Grausamkeit, derer Kinder mitunter gegenüber Außenseitern fähig sind. Die Figuren und ihre Schicksale sind auf den 1. Blick einfach, alltäglich. Das jeweils Besondere, Komplexe offenbart sich erst beim genauen Lesen und Weiterdenken der Geschichten. Alle Erzählungen lassen Raum zum Nachdenken und Füllen der Lücken, wären Basis für ganze Romane. Alice Munro at her best, mit schönen Grüßen an das Nobelpreis-Komitee! Gern empfohlen, auch und gerade für Menschen, die sonst nicht gerne Kurzgeschichten lesen.


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Schlagwörter: Belletristische Darstellung Anthologie

Interessenkreis: ERZÄHLUNGEN

Munro, Alice:
Zu viel Glück : zehn Erzählungen / Alice Munro. - Frankfurt am Main : Fischer, 2011. - 362 S. ; 21 cm
Einheitssacht.: Too much happiness . - Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-10-048833-6 fest geb. : EUR 19.95

86611003274 - MUNR - Signatur: MUNR - Roman