Vargas, Fred
Das barmherzige Fallbeil Kriminalroman
Buch

Serien-Kommissar Adamsberg klärt scheinbar nicht zusammenhängende Morde in Frankreich und Island.


Rezension

Im 9. Band mit dem verschrobenen Pariser Kommissar wartet die Erfolgsautorin mit einer zweigleisigen Story auf. An den beiden Hauptschauplätzen, eine winzige isländische Insel und Paris, sterben Menschen, die kaum eine Verbindung untereinander hatten. Der Polizei gelingt aber die schrittweise Klärung. Im Mittelpunkt steht dabei ein Verein, der sich in einem verstörenden Historienspiel dem Revolutionär Robespierre (1758-1794) widmet. Vargas schildert dies blumig und fesselnd, aber oft wirkt der Text unnötig skurril und überladen. Die fast surrealen Geschehnisse und Dialoge und die Ausschmückung durch mythologische und historische Bezüge haben bestimmt für manche Leserinnen und Leser ihren Reiz. Die große Zahl der Akteure ist aber störend, auch wenn beim Kommissar in geschickter literarischer Konstruktion alle Fäden zusammenlaufen. Ein Vergleich von Adamsberg mit Simenons Maigret, wie er im Klappentext vorgenommen wird, ist jedoch unangemessen. (Ausgezeichent mit dem 2. Platz (international) des Deutschen Krimi-Preises 2016.)

Der komplexe Krimi dürfte besonders die mittlerweile große Zahl der ausdauernden Vargas-Fans begeistern.

Rezensent: Tobias Behnen


Personen: Vargas, Fred

Schlagwörter: Island Französische Revolution

Vargas, Fred:
Das barmherzige Fallbeil : Kriminalroman / Fred Vargas. Dt. von Waltraud Schwarze. - München : Limes, 2015. - 507 S. ; 22 cm. - Aus d. Franz.
ISBN 978-3-8090-2659-4 geb. : EUR 19.99

Zugangsnummer: 2014/2603
Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik, Sammlungen - Buch