Fardel, Sarah-Jollien
Lieblingstochter Roman
Buch

Schweiz, Wallis: Emanzipation eines Mädchen aus seiner von Gewalt und Angst geprägten Familie.


Rezension

Der gewalttätige Vater beherrscht das Leben der in ärmlichen Verhältnissen lebenden vierköpfigen Familie. Die Umgebung einschließlich des Dorfarztes sieht weg. Mutter und Schwester erstarren in ihrer Angst. Einzig die kleine Tochter Jeanne hat den unbedingten Willen und die Kraft, sich aus der furchtbaren Situation zu lösen. Sie schafft es mit Hilfe der Mutter und einer Lehrerin auf ein Internat und kehrt von da an nicht mehr zurück in ihr Elternhaus. Den Selbstmord ihrer Schwester, die nicht in der Lage war, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen, trifft Jeanne schwer. Beziehungen zu Frauen helfen ihr dabei, zu heilen und Liebe sowohl zuzulassen als auch zu geben. Als sie sich in einen Kollegen verliebt, muss sie ihr Leben erneut überdenken. Das Titelbild verbildlicht sehr eindringlich die Zerrissenheit der Protagonistin. Die Autorin wählt eine direkte und unsentimentale Sprache, die den Umgang mit diesem beklemmenden Thema erleichtert.

Ein kraftvolles, berührendes Buch, das aufgrund der Gewaltthematik starke Nerven erfordert. Größeren Büchereien empfohlen.

Rezensent: Susanne Brenner


Personen: Benkert, Theresa Fardel, Sarah-Jollien

Schlagwörter: Familie Gewalt Emanzipation Bisexualität

Fardel, Sarah-Jollien:
Lieblingstochter : Roman / Sarah-Jollien Fardel. Dt. von Theresa Benkert. - Berlin : Aufbau, 2023. - 221 S. ; 22 cm. - Aus d. Franz.
ISBN 978-3-351-04197-7 geb. : EUR 24.00

Zugangsnummer: 2015/2714
Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik, Sammlungen - Signatur: Far - Buch