Setz, Clemens J.
Monde vor der Landung Roman
Buch

Lebensgeschichte eine Schriftstellers und Astrologen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.


Rezension

Der österreichische Autor, Büchner-Preisträger von 2021, hat Peter Bender (1893-1944) als Protagonisten seines biographischen Romans gewählt. Dieser wuchs bei Worms auf und lebte später dort und in Frankfurt. Er war Fliegerleutnant im Ersten Weltkrieg (inkl. Absturz), gründete eine Familie, hatte Geliebte und übte verschiedenste Berufe aus. Seine Lebensaufgabe sah er aber in der Verbreitung der Hohlwelt-Theorie, die annimmt, dass die Erde eine hohle, auf ihrer Innenseite bewohnte Kugel ist. Er versuchte, eine anti-christliche und wissenschaftskritische Sekte aufzubauen, hielt Vorträge, traf Gleichgesinnte. In seiner egozentrischen Wirrnis drehte sich sein Leben trotz aller Geldnöte nur noch darum. Zeitweise saß er in Haft oder in der Psychiatrie. Zu Tode kam er im KZ. Der Autor blickt tief hinein in den von sich selbst überforderten Kopf des mitteilungsbedürftigen Querdenkers. Das Buch ist sprachlich attraktiv, aber unnötig breit ausgeschmückt und mit manchen Zeitsprüngen angelegt.

Keine leichte Kost. Nur für eine ausdauernde Leserschaft, die Bücher über mehr als schräge Außenseiter mag.

Rezensent: Tobias Behnen


Personen: Setz, Clemens J.

Schlagwörter: Nationalsozialismus Sekten Astrologie Querdenker

Setz, Clemens J.:
Monde vor der Landung : Roman / Clemens J. Setz. - Berlin : Suhrkamp, 2023. - 519 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-518-43109-2 geb. : EUR 26.00

Zugangsnummer: 2015/2426
Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik, Sammlungen - Signatur: Set - Buch