Eckert, Horst
Schwarzlicht Thriller
Buch

Suche nach dem Mörder des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen.


Rezension

Mord, Schwarzgeld, Drogen, Prostitution, Abhöraffären, Intrigen, Beziehungsstress, RAF-Mutter und Kriegsverbrecher-Großvater: So übervoll ist die in Düsseldorf angesiedelte, nur sechs Tage währende Handlung rund um den Protagonisten, Hauptkommissar Vincent Che Veih. Großen Raum bei der Schilderung der Aufklärung des Mords an Politiker Castorp nimmt die konkrete Polizeiarbeit ein. Gerade hinsichtlich der Kriminaltechnik wirkt der Thriller authentisch, was auch für die dominanten Dialoge gilt. Der "Handyterror" scheint aber etwas überzeichnet zu sein. Gleiches gilt für jene Inhalte, die fast 1:1 aus der deutschen Gegenwart eingeflossen sind: Eine Kanzlerin namens "Mutti", eine CDU mit versteckten Spendengeldern, ein aufstrebender Ministerpräsident, dessen Geliebter eine Rotlicht-Vergangenheit nachgesagt wird etc. Das macht das Buch typisch deutsch, wirkt aber doch allzu aufgesetzt und ist angesichts der inneren treibenden Kraft der fein strukturierten rasanten Handlung eigentlich unnötig.

Für die große Zielgruppe vom Typ TATORT-Zuschauer beiderlei Geschlechts - aber nichts für die Genuss-Leserschaft klassisch-psychologischer 200-Seiten-"Whodunit"-Krimis.

Rezensent: Tobias Behnen


Personen: Eckert, Horst

Schlagwörter: Deutschland Gesellschaft Krimi Politik

Eckert, Horst:
Schwarzlicht : Thriller / Horst Eckert. - Reinbek : Wunderlich, 2013. - 381 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-8052-5057-3 geb. : EUR 19.95

Zugangsnummer: 0003/2195
Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik, Sammlungen - Buch