Houellebecq, Michel
Vernichten Roman
Buch

Frankreich im Jahr 2027: Die Gesellschaft ist vom Machtwillen einer Elite geprägt, sie kann Schwäche nicht ertragen.


Rezension

Zweifellos ein großer Erzähler! Wie er die Fülle an unterschiedlichen Themen, Textarten, Erzählebenen, Handlungssträngen komponiert, wie seine Sprache rhythmisch, sein Erzählton sarkastisch oder sachlich nüchtern, aber auch zart klingen kann. Paul, der persönliche Assistent des Wirtschaftsministers, mag seinen Job, auch seine Frau, aber sie leben nur noch nebeneinander her. Als sein Vater einen Schlaganfall erleidet, muss er sich wieder mit seiner Familie auseinandersetzen. Die Lebensbedingungen für alte Menschen sind so schlecht wie möglich. Ein schneller Tod ist erwünscht. Die Familie organisiert sich im Widerstand dagegen. Diffuse Terrordrohungen beschäftigen die Politik, gleichzeitig ist Wahlkampf. Pauls Frau findet wieder zu ihm. Der Autor verwirrt - nicht nur mit einer postmodernen Vielfalt von Denkmodellen und offenen Enden. Er provoziert - nicht nur mit einem biologistischen Frauen- und Gesellschaftsbild. Aber vielleicht gibt es doch ein Überleben der Gattung?

Für Literaturkreise viel Stoff zum Diskutieren, ignorieren kann man den Autor nicht. Er spricht aus, was viele nicht einmal gedacht wissen wollen.

Rezensent: Angelika Barth


Personen: Houellebecq, Michel Kleiner, Stephan Wilczek, Bernd

Schlagwörter: Gesellschaft Krankheit Politik

Houellebecq, Michel:
Vernichten : Roman / Michel Houellebecq. Dt. von Stephan Kleiner u. Bernd Wilczek. - Köln : DuMont, 2022. - 621 S. ; 21 cm. - Aus d. Franz.
ISBN 978-3-8321-8193-2 geb. : EUR 28.00

Zugangsnummer: 2015/1168
Romane, Erzählungen, Dramen, Lyrik, Sammlungen - Signatur: Hou - Buch