Lehane, Dennis
Im Aufruhr jener Tage Roman
Buch

Grandioser Roman in der Tradition des amerikanischen Sozialrealismus. (DR) Die traditionelle soziale "Ordnung" bricht auseinander, latenter Rassismus wird offensichtlich und gesellschaftsfähig, eine Epidemie sorgt für Hysterie und Chaos, Intrigen und Machtmissbrauch, Bereicherung einiger weniger Skrupelloser, (geschürte) Angst vor Terrorismus, Unsicherheit, Ungewissheit und Zukunftsängste . nein, die Rede ist nicht von Europa im beginnenden 21. Jahrhundert, sondern von Boston im jungen 20. Jahrhundert. Dennis Lehane, der bisher als Krimiautor von sich reden machte, legt mit diesem Roman ein im wahrsten Sinn des Wortes starkes Werk vor. Das mehr als 700 Seiten umfassende Epos hält, was schon der ausführliche Prolog (im Wesentlichen die detailreiche Schilderung einer schwarz-weißen Baseball-Begegnung und durchaus als Parabel lesbar) verspricht: Lehane ist ein ausgezeichneter Erzähler. Rund um seine Protagonisten Danny und Luther mit ihren Familien rollt er ein bewegtes Stück US-amerikanischer Zeitgeschichte auf und beleuchtet Alltag und Lebensbedingungen um 1918 vor allem aus dem Blickwinkel von Polizisten, die als "Staatsdiener" scheinbar noch weniger Chancen auf eine Verbesserung ihrer teils grotesken Situation haben als andere Arbeitnehmer. Aufschlussreich, spannend und stilsicher - John Steinbecks "Früchte des Zorns" reifen nicht nur in Kalifornien. *bn* Sabine Krutter


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Personen: Lehane, Dennis

Schlagwörter: Rassismus amerikanischer Sozialrealismus

Interessenkreis: Gesellschaftsroman

Lehan

Lehane, Dennis:
Im Aufruhr jener Tage : Roman / Dennis Lehane. Aus dem Amerikan. von Sky Nonhoff. - Berlin : Ullstein, 2010. - 758 S. : Ill.
ISBN 978-3-550-08754-7 fest geb. : ca. ? 23,60

Zugangsnummer: 2016/0444
Schöne Literatur - Buch