Ossowski, Leonie
Die schöne Gegenwart Roman
Roman


Rezension

Nele ist sich beängstigend fremd geworden. Nach 40-jähriger Ehe von ihrem Mann verlassen muss sie mit dem Alleinsein fertig werden, eine Vergangenheit bewältigen, die sie wie "ein wildgewordenes Tier" überfällt. Von den beiden erwachsenen Kindern ist Hannes scheinbar der Fürsorglichere, aber gerade er stellt sich ihren Zukunftsplänen in den Weg, als sie die großzügige Stadtvilla, Erbe ihres Onkels, zu einem Wohnprojekt für begütete Senioren auszubauen beginnt. Bis zum positiven Ausgang ihres Vorhabens sind viele Klippen zu umschiffen, die die bekannte Autorin (BA 5/97; 8/99) gewandt bündelt zu einem routiniert diverse Spannungsbögen aufbauenden Roman über Altern und Altsein. Er liest sich zuweilen wie ein Zitatenschatz zum Thema. Von Reduzierung, Verfall und geistiger Beschränkung ist die Rede, aber auch von dem mutigen Entschluss, das Alter nicht als "negative Abweichung" zu sehen. Ein Mutmachbuch für Betroffene mit griffig gezeichneten Akteuren und viel Emotion, die nicht in Lamoyanz abkippt. Breit empfohlen.


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Personen: Ossowski, Leonie

Schlagwörter: Belletristische Darstellung Deutschland Wohngemeinschaft Erbschaft Ältere Frau

Ossowski, Leonie:
Die schöne Gegenwart : Roman / Leonie Ossowski. - München [u.a.] : Piper, 2001. - 367 S. ; 21 cm
ISBN 978-3-492-04238-3 fest geb. : DM 39.80 + f

Zugangsnummer: 86690099550 - Barcode: 2-0000000-8-90099550-5
OSSO - Signatur: OSSO - Roman